1972
Rege Bautätigkeit im Breidert mit bereits 30 Baustellen. 5 Familien haben ihre Eigenheime bereits bezogen.
Das Straßennetz im Breidert wird eine Gesamtlänge von 8,3 km haben; derzeit werden Gehwege und Grünflächen angelegt.
120 Bauanträge für Gemeindebauplätze liegen vor. Für 80 ist bereits die Baugenehmigung erteilt.
Das Breidert benötigt auch eine Grundschule, ebenso einen Kindergarten.
1973
Der Bau der Südtangente als Zubringer für die B45 wird mit der Straßenbaubehörde erfolgreich verhandelt. Mit dem Brückenbau (Triftbrücke) wird noch in diesem Jahr begonnen. Die beantragten Zuschüsse werden gewährt.

Bauarbeiten Triftbrücke
Die Pläne der hessischen Landesregierung einer umfassenden Gebiets- und Verwaltungsreform werden bekannt. Danach soll Ober-Roden wie auch Urberach und Nieder-Roden vom Kreis Dieburg in den Kreis Offenbach wechseln.
Die fahrbare Zweigstelle der Volksbank Ober-Roden hält ab sofort montags, dienstags und donnerstags im Breidert. Geldauszahlungen müssen noch per Sprechfunk von der Zentrale genehmigt werden.

Bus der Volksbank
Die Gemeinde verkauft dem Kreis 16.000 qm für den Bau der Breidertschule.
Das Interesse an Wohnungen in den beiden Hochhauskomplexen am Breidertring ist geringer als erwartet. Das hohe Zinsniveau und der Wegfall der steuerlichen Abschreibung 7b werden als Gründe genannt.
Hochhäuser sind generell in der Akzeptanz und damit in der Nachfrage gesunken. Negativbeispiele gibt es in unmittelbarer Nähe, in Niederroden und in Dietzenbach.
Da auch die Bevölkerungs- und Zuzugsprognose des Umlandverbandes nach unten korrigiert wird, diskutiert das Gemeindeparlament den Stopp einer weiteren Hochhausbebauung.

Das Breidert sollte Wohnfläche für 5500 Menschen schaffen. Das ist ohne Hochhäuser nicht realisierbar. Entsprechend war auch die Vorgabe an die Gemeinde Ober-Roden, an die man sich trotz Widerstand halten musste.
So wird dann auch von den insgesamt 200.000 qm Gemeindegrundstücken im Breidert ausreichend Bauland für die geplanten Hochhäuser reserviert.
Im offiziellen Bebauungsplan von 1967 sind die geplanten Geschossbauten rot markiert. Das Breidert sollte also eine Hochhaussiedlung werden!

Bebauungsplan von 1967
Der Bebauungsplan von 1967 zeigt auch eine breite Straße, die als Durchgangsstraße Richtung Rollwald/Nieder-Roden führt. Wegen des erwarteten großen Verkehrsaufkommens wurde vorsorglich bereits 1970 eine Fußgänger-Unterführung von der Babenhäuser Straße zum geplanten ersten Hochhaus gebaut.

Die Pläne, eine Durchgangsstraße von der B45 durch das Breidert nach Nieder-Roden zu führen werden mit dem Stop der Hochhausbebauung begraben. Aus der Durchgangsstraße wird der verkehrsberuhigte Breidertring mit Tempo 30.
Der Fußgängertunnel wird kaum genutzt, verschmutzt und verwahrlost zusehends und wird in den 90er Jahren zugeschüttet.
In den Nachbargemeinden Dietzenbach und Nieder-Roden wird die damals präferierte Hochhausbebauung durchgeführt. Im Ober-Rodener Neubaugebiet Breidert wird, genauso wie in Urberach, damit begonnen.

Die Prognosen für die Zuzugsentwicklung sind rückläufig, die Nachfrage geht zurück, auch weil die Akzeptanz für Hochhäuser nachläßt. Leerstände verstärkten den negativen Eindruck und auch die Bereitschaft von Bauträgern, weiter in Hochhäuser zu investieren, wird deutlich schwächer. Dann kam – gerade noch rechtzeitig – die Korrektur.
„Es war der schönste Tag meines Lebens“, so wird der damalige Bürgermeister von Urberach, Walter Faust, in der Festschrift „ 25 Jahre Rödermark“ zitiert, „als mir gesagt wurde: Bauen Sie niedrig, niedriger….! Ungläubig fragte ich: Wie niedrig? Vierstöckig? Die Verantwortliche nickte. Gehen auch Ein- oder Zweifamilienhäuser? Die Verantwortliche nickte wieder. Da fiel mir ein Stein vom Herzen!“
Und genauso erging es Karl-Martin Rebel in Ober-Roden.
Welch’ ein Glück für unser Breidert!
1974
Die Kläranlage geht ihrer Fertigstellung entgegen
Für die Plattenhecke werden 650.000 DM für die Grundstücksankäufe durch die Gemeinde genehmigt.
Es entstehen 70 gemeindeeigene Bauplätze, die nach der Erschließung für 50 – 55 DM/qm verkauft werden.
Die im Breidert durch die Teilung von bisher großen Grundstücken in kleinere Einheiten entstandenen neuen Baugrundstücke werden zum gleichen Preis pro qm angeboten.
Die Triftbrücke wird eingeweiht und für den Verkehr freigegeben.

Bürgermeister Rebel bei der Freigabe der Triftbrücke
Die Gemeindevertreter beschließen, keine weiteren Hochhäuser im Breidert mehr zuzulassen. Die frei werdenden Hochhausgrundstücke werden neu parzelliert und für die Bebauung von Einfamilien- oder Reihenhäuser zum Verkauf angeboten. Der Stopp der Hochhausbebauung führt auch zu einer veränderten Straßenführung. Die ursprünglich angedachte Verbindungsstraße nach Nieder-Roden entfällt.
1977
Realisierung der Gebietsreform. Ober-Roden und Urberach werden gegen den Willen der Bevölkerung und ihrer politischen Vertreter zu einer Großgemeinde zusammengelegt und erhalten auch ihren neuen Namen „von oben“ diktiert: Rödermark.
Erster Bürgermeister der Großgemeinde wird der bisherige Bürgermeister von Ober-Roden, Karl Rebel. Urberachs Bürgermeister Walter Faust wird Erster Stadtrat. Gleichzeitig wird die Kreiszugehörigkeit verändert. Die Großgemeinde Rödermark ist jetzt Teil des Kreises Offenbach.
1978
Die Breidert-Schule wird offiziell übergeben.

Übergabe Breidert-Schule
Rechtzeitig zum Schulbeginn 1978/79 konnte Rektor Lippert (links) die Breidert-Grundschule übernehmen. Rechts neben dem Rektor freut sich Bürgermeister Karl-Martin Rebel, der schon im Dieburger Kreistag für den Bau der Schule gekämpft hat. Gebaut wird sie schließlich vom Kreis Offenbach. Die Schule gehört zur Trinkbornschule in Ober-Roden und ist so konstruiert, dass sie ohne weiteres bei Bedarf vergrößert werden kann. Für den Bau der Breidert-Schule wurde das dem Kreis zur Verfügung gestellte Gelände nicht voll gebraucht. Die übrig gebliebene Fläche geht an die Gemeinde zurück, die daraus 7 Baugrundstücke im Veilchenweg machte. Diese werden wieder nach den Vergaberichtlinien im Losverfahren vergeben.

Bauschild Kita Zwickauer Str.
1978 beginnen auch die Bauarbeiten für die erste Kindertagesstätte im Breidert in der Zwickauer Straße.
1980
Rödermark werden die Stadtrechte verliehen.
Die Kita Zwickauer Str. wird eröffnet.